3. Teil Verband 2.0-Studie: Chancen und Risiken von Web 2.0-Angeboten in Verbänden

Während bestehende allgemeine Studien zu Themen wie Web 2.0 und Social Media im Wesentlichen allgemeine Chancen und Risiken beim Einsatz von Web 2.0-Technologien analysieren, wurden in der IntraWorlds Verband 2.0 Studie explizit Chancen und Risiken für die Anwendung bei Verbänden abgefragt. Als Basis für die Bewertung unterschiedlicher Chancen und Risiken wurde hierbei auf den Ergebnissen der IntraWorlds-Veranstaltungen zum Thema „Verband 2.0“ in Berlin, Hamburg, Bonn und Frankfurt aufgebaut, an denen Entscheider und Mitarbeiter aus deutschen Verbänden wichtigste Chancen und Risiken aus ihrer Sicht zusammengetragen haben. Ergänzt wurden die genannten Themen um weitere Aspekte, die IntraWorlds aus persönlichen Kundengesprächen sowie aus Expertengesprächen zusammentragen konnte. Entscheider von Verbänden bewerten die wichtigsten Vorteile und Chancen der Verwendung von Web 2.0-Anwendungen wie folgt.

 

Drei Vorteile wurden von mehr als drei Viertel der befragten Verbände als wichtig bzw. eher wichtig eingestuft:

  • 89% halten den besseren Informationsfluss und -austausch mittels Web 2.0-Anwendungen für „wichtig“ bzw. „eher wichtig“
  • Die Erhöhung der Mitgliederbindung durch das Web 2.0 wurde von 76% als „wichtig“ oder „eher wichtig“ eingestuft
  • Die durch Web 2.0 mögliche, zielgruppenspezifischere Kommunikation wurde von 77% mit „wichtig“, oder „eher wichtig“ bewertet.

Neben der Betrachtung von Vorteilen und Chancen wird beim Großteil anderer Studien die Auseinandersetzung mit Nachteilen und Risiken zumeist etwas vernachlässigt. Aus meiner Sicht sollten diese gerade umso genauer bei der Bewertung von Web 2.0-Initiativen berücksichtigt werden. Nur eine vorherige Transparenz über Gefahren aus Sicht von Nutzern und Betreibern schafft auch die Möglichkeit, diesen Risiken zu begegnen bzw. diese zu minimieren. Wird eine Betrachtung von negativen Aspekten komplett beiseitegelassen, so besteht eine hohe Gefahr, dass diese dann nach Aufnahme der Web 2.0-Aktivitäten zum Scheitern oder zu einer geringen Annahme des Angebots führen.

Die Bewertung der Risiken der Verwendung von Web 2.0-Anwendungen lässt sich anhand der folgenden Daten zusammenfassen.

Als wichtigstes Risiko wird mit 68% von den Verbandsvertretern der Anfall von administrativem Aufwand bei der inhaltlichen Betreuung der Web 2.0-Angebote eingeschätzt. Es folgt aus Sicht der Verbände das Risiko der Probleme mit Sicherheit und Datenschutz in Web 2.0-Anwendungen mit 50%. Ebenso das Risiko, dass Mitglieder Schwierigkeiten bei der Handhabung dieser Angebote erfahren, mit 53%. Diese drei Aspekte wurden jeweils von über 50% der Befragten als hohe bzw. eher hohe Risiken eingestuft.

Besonders niedrig, nämlich von lediglich 3% der Befragten („hohes“ bzw. „eher hohes“ Risiko), wurde die Bedrohung der Existenzberechtigung von Verbänden bewertet. Diese Bewertung bestätigt an dieser Stelle noch einmal die bereits im ersten und zweiten Teil dieser Reihe festgestellte Sichtweise der Verbandsvertreter. Denn es werden sowohl soziale Netzwerke als auch Web 2.0-Anwendungen im Allgemeinen für den Verband nicht als existenzbedrohend bzw. als Wettbewerb angesehen. Diese sehr eindeutige Bewertung lässt sich sicherlich aus den Aspekten ableiten, die Verbände von reinen Web 2.0-Angeboten differenzieren: ein persönliches Netzwerk, Präsenzversammlung und Gremienarbeit, vorhandene politische Beziehungen und Bekanntheit sowie eine Differenzierung durch zusätzliche Serviceangebote für Mitglieder.