45+ ist gleich altes Eisen? – Ältere Mitarbeiter als Chance für Unternehmen

45 ist in der Geschäftswelt immer noch die magische Zahl. Besser gesagt 45 Jahre. Hat ein Arbeitnehmer die 45 Jahre erst überschritten, hat er oder sie sich hoffentlich einen guten Arbeitsplatz gesichert, den er oder sie im Zweifel auch die nächsten gut 20 Jahre bis zur Rente/ Pension inne hat. In diesem Alter hören Headhunter nämlich auf anzurufen und es wird in den meisten Fällen schwieriger sich umzuorientieren. Doch ist das nicht etwas übereilt? Unsere Gesellschaft wird immer älter und zudem kommen immer weniger junge Leute nach. Die Demographie arbeitet demnach gegen uns. In solchen Zeiten die älteren Mitarbeiter beiseite zu legen, die bis dahin die Standards gesetzt haben und immerhin noch ca. 20 Jahre (wenn nicht länger) im Berufsleben stehen werden, scheint mehr als naiv.

Stellt sich also die Frage: Ist Jung wirklich immer besser?

Nicht unbedingt, denn das was man verliert, indem man den Managerposten einfach an die jüngere Generation vergibt, ist das Wissen, die Erfahrung und der Überblick, den sich diese älteren Mitarbeiter über die Jahre hinweg angeeignet haben. Die Erfahrung in einer Branche bzw. den Überblick über eine Branche kann für ein Unternehmen jedoch ein entscheidender Wettbewerbsvorteil sein. In einer Studie zeigt das Forscherteam um Florian Schmiedek vom Deutschen Institut für Internationale Pädagogische Forschung in Frankfurt beispielsweise, dass ältere Mitarbeiter (hier: 60 bis 80 Jahre) im Vergleich zu jungen Mitmenschen (hier: 20 bis 31 Jahre) langsamer, aber dafür deutlich zuverlässiger in ihrer Aufgabenbewältigung sind. Das Forschteam sieht hierfür folgende Ursachen:

  • Die älteren Mitarbeiter entwickeln im Verlauf der Studie Strategien, um die Aufgaben effizient zu lösen.
  • Ihre Motivation blieb die ganze Zeit über gleich hoch.
  • Ihre Stimmung bei der Ausübung der Aufgaben schwankte kaum.

Im Endeffekt verschenken viele Unternehmen durch ihr verschwenderisches Verhalten das Potenzial, dass sie die Jahre zuvor mühsam aufgebaut haben. Dabei sollten sie sich diesen Erfahrungsschatz vielmehr zu Nutzen machen. Immer mehr Unternehmen legen deswegen auch gezielt eigene Programme zur Gewinnung von älteren Mitarbeitern auf.

Stellt sich im Umkehrschluss also die Frage: Ist Alt wirklich immer besser?

Wissenstransfer zwischen jungen und älteren MitarbeiternHierbei sei anzumerken, dass die jüngere Generation natürlich auch Qualifikationen mitbringt, die bei den 45+ nicht so ausgeprägt sind. Seien es die besseren IT-Kenntnisse oder andere Fähigkeiten. Ist dem Unternehmen dies jedoch bewusst, kann es Maßnahmen ergreifen und dieses Defizite ausgleichen. Das Stichwort hierbei ist „lebenslanges Lernen“. Bietet man seinen älteren Mitarbeitern in diesen Bereichen Weiterbildungsmöglichkeiten an, kann man das Beste von beiden Generationen verbinden. Dieses Vorgehen funktioniert übrigens in beide Richtungen. Junge Talente können auch viel von den High Potentials  45+ lernen. Mentoring Programme können jungen Talenten den Einstieg in das Management erleichtern und zudem die üblichen primären Fehltritte vermeiden. Die Mischung macht´s Fazit: Die richtige Mischung macht´s! Das Know-How der „alten Hasen“ verbunden mit den Fähigkeiten der jungen Talente, Teams entsprechen mischen und die Personalstrategie entsprechend ausrichten – das zahlt sich in jedem Fall aus!