Reiseziel „Berufseinstieg“: Kandidatenreise vom Erstkontakt bis zum ersten Arbeitstag

Da Unternehmen in der Personalgewinnung weiterhin verstärkt auf Ressourcen- und Prozessoptimierung abzielen, bleibt die Sicht des Kandidaten noch allzu häufig auf der Strecke. Dabei sehnen sich Kandidaten vor einem Berufseinstieg nach Orientierung und wünschen sich mehr Transparenz über mögliche Arbeitgeber und Tätigkeiten. Einen echten Wandel bei der Wahrnehmung eines Arbeitgebers durch Kandidaten bringt dabei nur eine personalisierte und durchdachte „Kandidatenreise“ (Candidate Journey) vom Erstkontakt bis zum Berufseinstieg. Denn „one-size-fits-all“ Employer Branding-Maßnahmen und Personalmarketingaktivitäten orientieren sich nicht am Zeitplan des Kandidaten, sondern an dem des Unternehmens.

Erstkontakt als Startpunkt der „Kandidatenreise“

Ähnlich wie beim Grübeln über das nächste Urlaubsziel, machen sich Kandidaten auch Gedanken über ihre berufliche Zukunft bzw. Alternativen für einen Berufseinstieg: Von großer Relevanz sind dabei Gespräche und Erfahrungen im Elternhaus, sowie Meinungen von Freunden und Bekannten (Testimonials). Das gilt ganz besonders für die Zielgruppe der Schüler, aber auch in ähnlichem Maße für Studierende. Neben dem sozialen Netzwerk der Kandidaten, entstehen in dieser Informationsphase auch die ersten Kontaktpunkte zu potenziellen Arbeitgebern und „Reisezielen“. Kandidaten informieren sich im Web, bei Berufsinformationstagen (Schüler) bzw. Unternehmenspräsentationen (Hochschulen) oder auch Karrieremessen über Einstiegsmöglichkeiten und Unternehmen. Unternehmen sollten schon bei diesem Erstkontakt damit beginnen, die Kandidaten in einen Talent Pool aufzunehmen und eine Beziehung aufzubauen. Viele Unternehmen verpassen diese Chance und über 90% der Kandidaten werden nach dem Erstkontakt nicht systematisch bearbeitet und gehen so wieder verloren.

Begleiten Sie die „Kandidatenreise“ mit bleibenden Eindrücken

Candidate Journey

Sind die Kandidaten erst einmal an Bord (Teil des Talent Pools), so liegt es in der Hand des potenziellen Arbeitgebers, die Kandidatenreise systematisch mit interessanten Einblicken und Erlebnissen auszugestalten und so einen bleibenden Eindruck beim Kandidaten zu hinterlassen. Dabei ist es wichtig, dass der Kandidat nicht das Gefühl bekommt, eine Pauschalreise zu durchleben, sondern personalisierte, individuelle Kontaktpunkte zum Unternehmen hat. Ähnlich des „Welcome Drinks“ und den Instruktionsfilmen an Bord eines Fliegers, sollte er bereits kurz nach der Aufnahme im Talent Pool mit Informationen versorgt werden. So erfährt er zum einen Wertschätzung (personalisierte Begrüßung durch einen „Talent Coach“), und erhält zum anderen einen Einblick über Chancen und Kontaktmöglichkeiten im Unternehmen (personalisierte Willkommens-Kampagne). Bei seiner Reise vom Erstkontakt bis zum Berufseinstieg entsteht ein stimmiger Film, der Kandidaten mit inspirierenden und interaktiven Methoden auf seinen späteren Arbeitgeber einstimmt.

Ein Beispiel für bleibende Eindrücke auf der Kandidatenreise

Film der Candidate Journey

Zum Vergrößern bitte auf das Bild klicken

Nicht zuletzt ist dabei auch entscheidend, dass das Unternehmen mitbekommt, wenn der Kandidat seine Reiseroute ändert und zum Beispiel doch noch ein weiteres Studium oder Praktikum einlegt. Darüber sollte sich das Unternehmen nicht nur informiert halten, sondern diese Informationen auch gezielt nutzen, um die Kandidatenreise zu adaptieren (z.B. Unternehmenspräsentationen am neuen Studienstandort gezielt für persönliche Einladungen nutzen; 6 Monate vor Ende des neuen Studiums mit einer personalisierten Kampagne auf einen Einstieg hinwirken).

Individualreise = aufwändig?

Während die Ausführungen vielleicht an der ein oder anderen Stelle noch wie Zukunftsmusik klingen mögen, so sind Personalisierung und individuelle Kandidatenreisen durch moderne Talent Relationship Management-Lösungen schon heute vollautomatisiert möglich. Es gilt lediglich, die passenden Reisekomponenten für relevante Kandidaten zusammenzustellen. Diese Lösungen sorgen dafür, dass nicht nur Kandidatenkontakte nach dem Erstkontakt nicht verloren gehen, sondern sich Kandidaten auf ihrer Reise wohl fühlen. So hinterlassen Sie einen bleibenden Eindruck und ermöglichen Kandidaten durch den Candidate Journey eine gut informierte Wahl für den Berufseinstieg.