Employer Branding bei ProSiebenSat.1 und ein Interview mit Prof. Dr. Armin Trost

Die Relevanz von Employer Branding wird immer größer in Unternehmen. Um erfolgreich Mitarbeiter zu gewinnen und diese langfristig an das eigene Unternehmen zu binden, benötigt man eine authentische, attraktive Arbeitgebermarke. Doch was aus dem Marketing entstammt und dort die Seele des Unternehmens präsentiert – der Brand – wird im HR Bereich derzeit meist noch stiefmütterlich betreut. Deshalb möchte ich mich in diesem Beitrag einmal ausführlich mit Employer Branding, also der Bildung einer Arbeitgebermarke befassen.

Employer Branding

Definition

Die am häufigsten verwendete Definition von Employer Branding kommt von der Deutschen Employer Branding Akademie:

„Employer Branding ist die identitätsbasierte, intern wie extern wirksame Entwicklung und Positionierung eines Unternehmens als glaubwürdiger und attraktiver Arbeitgeber. Kern des Employer Brandings ist immer eine die Unternehmensmarke spezifizierende oder adaptierende Arbeitgebermarkenstrategie. Entwicklung, Umsetzung und Messung dieser Strategie zielen unmittelbar auf die nachhaltige Optimierung von Mitarbeitergewinnung, Mitarbeiterbindung, Leistungsbereitschaft und Unternehmenskultur sowie die Verbesserung des Unternehmensimages. Mittelbar steigert Employer Branding außerdem Geschäftsergebnis sowie Markenwert.“

Ziel

Die Zielsetzung von Employer Branding ist es durch die Marketingwirkung, zum einen die Effizienz der Personalgewinnung und zum anderen die Qualität der Kandidaten dauerhaft zu steigern. Zudem sollen Mitarbeiter durch den Aufbau einer emotionalen Bindung sowie eine stärkere Identifikation mit dem Unternehmen langfristig gebunden werden.

Laut Wikipedia sind folgende Einflussfaktoren auf die Arbeitgebermarke von Bedeutung:

  • Die Identität und Werte des Unternehmens
  • Die Stärken des Unternehmens als Arbeitgeber (z.B. Gehalt, Kultur, Attraktivität der Produkte, Karrieremöglichkeiten usw.)
  • Bedürfnisse und Anforderungen potentieller Arbeitnehmer (z.B. Gehalt, Kultur, Attraktivität der Produkte, Karrieremöglichkeiten usw.)
  • Die Integrität der Arbeitgebermarke (kommunizierte, aber nicht vorhandene Eigenschaften oder Leistungen können das Gegenteil bewirken)
  • Die Stärken der Wettbewerber im Arbeitsmarkt
  • Das aktuelle Image des Unternehmens als Arbeitgeber

Employer Branding bei ProSiebenSat.1

Employer Branding - ProSiebenSat.1
Die ProSiebenSat.1-Gruppe setzt bei ihrer Employer Branding Kampagne auf einen reduzierten und gleichzeitig packenden Slogan: fascinating people. Die Karriereseite des Münchner TV-Konzerns arbeitet mit Gesichtern von Mitarbeitern und appellativen Texten.

Vor allem die Vorstellung der künftigen Kollegen über Video-Interviews ist eine sehr erfolgsversprechende Maßnahme. Dadurch gelingt es Authentizität, Transparenz und Nähe zum Unternehmen zu schaffen. Zudem schafft es ProSiebenSat.1 dadurch seine Stärken als Medienkonzern zu nutzen, diese zu transportieren und mittels Storytelling die künftigen Mitarbeiter von sich zu begeistern.

ProSiebenSat.1 hat damit eine kreative Employer Branding Plattform geschaffen, die mit vielen Hintergrundinformationen und Blicken hinter die Kulissen interessierte, künftige Arbeitnehmer anzieht, die Mitarbeiter an sich bindet und zudem den Brand „ProsiebenSat.1 als attraktiven Arbeitgeber“ positioniert.

Rück- und Ausblick – 10 Jahre Employer Branding mit Prof. Dr. Armin Trost

Prof. Dr. Armin Trost ist einer der führenden Köpfe im Bereich HR. Auf dem HRM Forum in Berlin 2013 wurde er zum Thema Employer Branding interviewt. Er betrachtet rückwirkend die letzten 10 Jahre und gibt einen Vorgeschmack auf die spannenden Herausforderungen des Employer Brandings in der Zukunft.

Dieser Beitrag wurde verfasst von Bettina Lechl