Gesundheit fördern, Talente nutzen

Nach einem Unfall oder diagnostizierter Krankheit ändert sich für die Betroffenen das Leben schlagartig. Viele neue Fragen kommen auf: „Wie geht es nun weiter?“, „Wie soll ich meinen Lebensunterhalt weiter finanzieren?“, „Wie sehen meine beruflichen Perspektiven aus?“

Angst vor der Zukunft und Unsicherheit sind die vorherrschenden Gefühle. „Wenn alles sich verändert, verändere alles“ ist der Buchtitel eines Ratgebers von Neale Donald Walsch und behandelt einen interessanten Denkansatz, um aus diesem „Loch“ herauszufinden. Der Schlüssel dafür (laut diesem Ratgeber) ist es, das Beste aus seiner Situation zu machen mit dem Ziel (so absurd es klingt) sogar davon zu profitieren.

Auch Recruiter sollten sich diesen Denkansatz zu Herzen nehmen. Die Gesundheit seiner Mitarbeiter zu erhalten, die Talente möglichst lange an das Unternehmen zu binden und optimal zu nutzen, sollten deren obersten Ziele sein.

Was tun, wenn ein Mitarbeiter durch einen Unfall oder Krankheit seinen bisherigen Job nicht mehr ausführen kann?

Als Unternehmen trägt man soziale Verantwortung und sollte gerade in schwierigen Zeiten seinem Mitarbeiter mit Verständnis und Offenheit entgegenkommen. Berufliche Sorgen sollten denjenigen nicht zusätzlich noch belasten müssen.

  1. Dialog Um eine optimale Lösung für die veränderte Situation zu finden, bildet der Dialog zwischen Mitarbeiter und Vorgesetztem die wichtigste Grundlage. Eine ehrliche Einschätzung der Situation, wo Einschränkungen bestehen und wo Leistung erbracht werden kann, ist der erste Schritt. Dem Mitarbeiter sollte während dem Gespräch Wertschätzung gezeigt und deutlich gemacht werden, dass seine Einschränkungen keinesfalls eine Leistungsminderung darstellen, sondern lediglich einen Leistungswandel.
  2. Die Suche einer neuen Aufgabe im bisherigen Fachbereich Optimalerweise sollte versucht werden eine neue Stelle im bisherigen Arbeitsfeld zu finden. Dort bestehen soziale Kontakte des Mitarbeiters und liegen die individuellen Kompetenzen und Erfahrungen. Die Umstände des Mitarbeiters ändern sich damit nur gering und sind eine Entlastung für ihn.
  3. Talente nutzen Ist eine Eingliederung im bisherigen Arbeitsfeld nicht möglich, ist dies die Chance andere (versteckte) Talente des Mitarbeiters zu fördern. Durch die intensiven Gespräche und der Beschäftigung mit den eigenen Fähigkeiten, können vollkommen neue Seiten des Mitarbeiters zum Vorschein kommen. Im Idealfall kann der neue Bereich den Interessen des Mitarbeiters sogar noch besser entsprechen.
VW engage talents

Ein Beispiel aus der Praxis:

Ein Mitarbeiter aus der Fahrzeugfertigung der Volkswagen AG, der aufgrund eines Knieproblems nicht mehr an seinem Arbeitsplatz eingesetzt werden kann, wurde heute erfolgreich im Elektronikbereich integriert und trägt zur Entwicklung einer innovativen Tankanzeige für die Marke Bugatti bei.

Wie wurde diese (positive) Veränderung erreicht?

Durch persönliche Gespräche, in denen der Personalcoach erfuhr, dass der Mitarbeiter in seiner Freizeit gerne an Flugzeugmodellen mit elektronischer Steuerung arbeitet, konnte eine neue passende Stelle für ihn gefunden werden. Somit konnte durch eine Veränderung hinsichtlich seines Leistungsbereichs, das Talent des Mitarbeiters optimal eingesetzt werden.

VW hat vor zwölf Jahren ein eigenes Programm namens „Work2Work“ für Mitarbeiter, die ihren bisherigen Aufgaben nicht mehr nachkommen können, eingeführt. Rund 750 Mitarbeiter am Standort Wolfsburg haben derzeit eine neue Aufgabe bekommen, die ihren Fähigkeiten und Talenten entspricht. Darüber hinaus stehen den Mitarbeitern Personal- und Gesundheitscoachs zur Seite und die Möglichkeiten zur Weiterbildung. Das Programm hat sich damit als voller Erfolg erwiesen.