Drei Megatrends aus dem HR-Bereich

Drei Megatrends im HR-BereichUnter Personalern wird ständig nach den neuesten Trends gesucht, um der Konkurrenz stets einen Schritt voraus zu sein. Die Herausforderung langfristig gute Talente zu finden und zu binden, wird durch die Forderungen jüngerer Generationen und Entwicklungen auf dem Arbeitsmarkt immer größer. Und jedem Personaler ist klar: was jetzt schon schwer ist, wird in der Zukunft noch schwerer. Unsere drei  Megatrends, die wir in diesem Artikel vorstellen, sind daher ein Muss für Unternehmen die in Sachen HR vorne mitspielen wollen.

Active Sourcing

Active Sourcing ist der Trend im HR-Bereich, über den seit einigen Jahren viel gesprochen wird, dessen Umsetzung jedoch in vielen Unternehmen immer noch nicht erfolgt ist. Beim Active Sourcing werden potenzielle Mitarbeiter aktiv über verschiedene Kanäle (wie beispielsweise Social Media) persönlich angesprochen. Ziel des Ganzen ist es, passive Kandidaten zu entdecken, die sich von alleine nicht beworben hätten. Hier übernehmen die Unternehmen im Prinzip eine ähnliche  Funktion wie Headhunter. Was das im Detail bedeutet, erklärt Prof Dr. Armin Trost HIER in einem Videointerview. Im nächsten Schritt müssen die Kandidaten über ein systematisches Talent Relationship Management an das Unternehmen gebunden werden, um sie zum richtigen Zeitpunkt recruitieren zu können. Hierbei gelten für Recruiter drei wesentliche Grundregeln:

  1. Effektives Recruiting startet vor einer Bewerbung, nicht mehr nach einer Bewerbung.
  2. Relevanter Dialog erfolgt persönlich mit einzelnen Kandidaten, nicht mehr mit der Masse.
  3. Erfolgreiche Recruiter bearbeiten Kontakte, nicht nur Bewerbungen.

Trotz des zeitlich hohen Aufwands zahlt sich Active Sourcing in vielerlei Hinsicht für ein Unternehmen aus. Da man mit dieser effektiven und zeitgemäßen Methode auch Kandidaten ansprechen kann, die sich derzeit nicht aktiv auf Job-Suche befinden. Zudem können durch Active Sourcing sowohl die Costs-per-Hire, als auch die Time-per-Hire gesenkt werden. Dies resultiert daraus, dass antiquierte, kosten- und zeitintensive Recruitingprozesse umgangen werden.

Mobile Recruiting

Wer Mobile Recruiting hört, denkt zuerst oft an Bewerbungen, die der Kandidat ganz nebenbei per Handy rausschickt. Doch sind wir mal ehrlich, niemand tippt ein Bewerbungsschreiben mal ganz nebenbei auf dem Smartphone. Von diesem Gedanken sollten sich Arbeitgeber daher verabschieden.

Vielmehr geht es beim Mobile Recruiting darum, die eigenen Karriere-Angebote ansprechend auf einer mobilen Version zu präsentieren. Dies erleichtert die mobile Job-Suche für potenzielle Talente. Diesen Schritt sind schon viele Unternehmen erfolgreich gegangen. Die Trendsetter unter ihnen gehen jedoch bereits einen Schritt weiter, quasi zu einem „One-Click-Lebenslauf“. Das Konzept dahinter ist einfach: Jemand hat Interesse an einem Jobangebot, doch anstatt nun eine zeitaufwendige Bewerbung verfassen zu müssen, kann er sich sofort vom Handy aus mit seinem Xing- bzw. LinkedIn-Profil bewerben. Zu den Vorreitern auf diesem Gebiet gehören übrigens Accenture, die Deutsche Telekom, Fresenius und Otto.

Für Unternehmen ist die große Chance hierbei, dass sie auch von Kandidaten Bewerbungen erhalten, die zwar zu einem Wechsel bereit sind, jedoch unter normalen Umständen, aufgrund des zeitlichen Aufwands, keine Bewerbung eingesendet hätten.

Feel-Good Management

Start-Ups sind bekannt für eine ganz besondere Atmosphäre: Kreativ, chaotisch, energiegeladen und dieses gewisse (um es mal bayrisch auszudrücken)“mia san mia“-Gefühl. Beim Trend des Feel-Good Managements geht es darum, sich diese einzigartige Atmosphäre zu bewahren. Dies gilt selbst wenn das Unternehmen derart gewachsen ist, dass es droht in Anonymität zu versinken.

Immer mehr Unternehmen stellen hierfür sogenannte Feel-Good-Manager ein, die eine Wohlfühlkultur im Unternehmen verbreiten sollen. Ihr Aufgabegebiet ist hierbei breit gefächert. Sei es:

  • Verbesserung des Onboardings, indem man den neuen Mitarbeiter besser betreut,
  • Organisation von Teamevents,
  • Gestaltung von Ruhe- und Freizeitangeboten im Unternehmen,
  • Etablierung eines ausgewogenen Gesundheitsmanagements,
  • Entwicklung eines unternehmensinternen Kinderbetreuungsangebot,
  • die Schaffung eines individuellen Fortbildungsangebots

…und vieles mehr. Das übergeordnete Ziel dieser Maßnahmen ist es, dass sich die Mitarbeiter im Unternehmen wohlfühlen und somit ihr Leistungspotenzial voll entfalten. Somit werden sie stärker an das Unternehmen gebunden.

Der demographische Wandel ist im Moment das diktierende Element im HR-Bereich (lesen Sie auch, wie dieser Ihnen als Chance dienen kann), denn fast alle Entwicklungen sind von ihm geprägt. So auch unsere drei Megatrends Active Sourcing, Mobile Recruiting und Feel-Good Management. Diese sollten Unternehmen nicht verschlafen, wenn sie mit der Konkurrenz mithalten möchte. Denn der War for Talents hat schon lange begonnen und wer nicht gerüstet ist, wird ihn verlieren.