„Ich habe heute leider kein Foto für dich!“ oder: Warum eine Absage für Second Best Kandidaten nicht das endgültige Aus bedeutet

Trotz des ungewohnt sportlichen Stechschritts erreicht man nur noch den leeren Bahnsteig: Wenn die S-Bahn weg ist, ist sie weg. Die begehrten Konzerttickets sind nach nur einer halben Stunde deutschlandweit  ausverkauft, Pech gehabt! Und jeden Donnerstagabend zerstört Heidi Klum erneut den „Lebenstraum“ eines jungen Mädchens mit den Worten „Ich habe heute leider kein Foto für dich!“ – raus ist raus, weg ist weg.

Auch wenn das Topmodel-Dasein sicher nicht die berufliche Traumvorstellung eines jeden von uns ist, stelle ich mir die Frage, ob das knappe Ausscheiden im Bewerbungsprozess um eine neue Stelle das endgültige Aus bedeuten muss.

Second Place Is The First Loser – oder nicht?!

Eine Studie belegt, dass 40 % der neuen Mitarbeiter den Job innerhalb des ersten Jahres wieder wechseln. Gut also, wer sich während des Bewerbungsprozesses mit seinen Bewerbungsunterlagen, seinem persönlichen Auftritt bei Gesprächen oder seiner guten Leistung bei eventuellen Einstellungstests in den Köpfen der zuständigen Recruiter verankert hat.

Zu oft ist es das berüchtigte „Zünglein an der Waage“, das Kandidaten ausscheiden lässt. Meistens handelt es sich im fortgeschrittenen Verlauf eines Bewerbungsprozesses nicht mehr um essentielle  K.O.-Kriterien. Vielmehr geht es um Nuancen oder winzige Pauschalitäten.

Doch der Rekrutierungprozess ist zu arbeits- und zeitaufwändig, um eigentlich passende und identifizierte Talente einfach weiterziehen zu lassen. Diese sogenannten Second Best Kandidaten sind wertvolle Kontakte. Diese sollten keinesfalls aus den Augen verloren werden und sind für zukünftige Vakanzen äußerst interessant.

Zettelwirtschaft vs. Systematisches Talent Relationship Management

In kleinen Unternehmen, in denen die Zettelwirtschaft noch zum alltäglichen Ordnungssystem gehört und eine Excel-Liste mit sporadischen Bewerberdaten schon fast innovativ ist, gelingt es den Personalverantwortlichen vielleicht, sich an einzelne Second Best Kandidaten zu erinnern und sie bei einer freien, passenden Stelle zu kontaktieren. Bei nur einigen ausgeschrieben Stellen und einer überschaubaren Bewerberzahl mag eine solche Handhabe auch ohne professionellen Rahmen zur Deckung des aktuellen Recruiting-Bedarfs ausreichen.

Doch große Unternehmen stehen dagegen, bei einer bis zu vierstelligen Anzahl an Bewerbungen auf einzelne Stellen, vor einer deutlich größeren Herausforderung: Wie gelingt es auch in dieser Größenordnung, den Kontakt zu den Second Best Talenten aufrecht zu erhalten, ihn auf persönlicher Ebene zu pflegen und gleichzeitig über eine stets aktuelle Datenbank mit allen relevanten Informationen zu den einzelnen Talenten zu verfügen? Optimales Instrument, um langfristig in Verbindung zu bleiben, ist eine Talent Community. Ein solches, exklusives Netzwerk ist der innovative Weg um u.a. Second Best Kandidaten aufzufangen und wertvolles Potential nicht zu verschenken. Exklusive, spannende und personalisierte Inhalte motivieren das Talent zur aktiven Teilnahme und Profilpflege. Für das Unternehmen bedeutet dies den Aufbau eines Talent Pools, aus dem bei künftigen Vakanzen direkt rekrutiert werden kann.

Bei Unternehmen, die eine professionelle Talent Relationship Management – Strategie verfolgen, bedeutet ein vorläufiges Ausscheiden im Bewerbungsprozess kein endgültiges Aus. In Zeiten des Fachkräftemangels können es sich Unternehmen gar nicht mehr leisten, den Kontakt zu den eigentlich zum Unternehmen passenden Second Best Kandidaten zu verlieren. Eine systematische Talentbindung ist unumgänglich.

PS: Wer Interesse hat, wie eine Talent Relationship Management-Lösung aussieht, kann hier kostenlos eine Demoversion anfordern.

 

Doch damit Bewerber und Second-Best Kandidaten überhaupt einen guten Eindruck von Ihrem Unternehmen abspeichern, ist es wichtig, dass Ihr Unternehmen richtig präsentiert wird. Lesen Sie deswegen, welche 3 „Don´ts“ Sie beim Einstellungsverfahren unbedingt vermeiden sollten!

Dieser Beitrag wurde verfasst von Lea-Sophie Samland