Talent Engagement als Strategie für nachhaltige Rekruitingerfolge

 “Was man zur Effektivität braucht, ist eine durch Übung gewonnene Kompetenz.” Derartige Ratschläge, wie dieser von Peter Drucker, gefallen mir nicht. Kein Wunder, dass man uns Kindern der Generation-Y nachsagt gelegentlich zu “overaimen” und zu “underperformen”. Als ich als Researcher bei einem Headhunter einstieg, setzte ich mir das Ziel, meinen Vorgesetzten vom ersten Tag an mit einer Vielzahl an neuen Kandidaten zu beeindrucken. Zwar hatte ich schließlich einen außerordentlichen Datenfriedhof geschaffen, die Quote tatsächlich vermittelter Mitarbeiter begeisterte jedoch niemanden. Um tatsächlich erfolgreiche Vermittlungen zu garantieren, hätte ich mich damals besser auf die Pflege von Beziehungen zu mir bereits bekannten Talenten konzentriert, anstelle immer neue Profile in meine Datensammlung einzupflegen.

CRM-Tools dienen nur als Basis erfolgreichen Rekruitings

Junge Rekruiter begehen ähnliche Fehler, wenn sie hoffen, durch die Integration von CRM-Methoden in ihr Rekruiting die Gewinnung neuer Kandidaten zu beschleunigen. CRM-Tools unterstützen dabei, das Web nach interessanten Bewerberprofilen zu durchsuchen. Danach werden diese strukturiert in Datenbanken aufgenommen. Diese Datenbasis dient sicherlich als gute Grundlage für einen reichhaltigen Talent-Pool. Allerdings kann ein langfristiger Nutzen daraus nur gezogen werden, wenn die Profile in der Datenbank aufwändig gepflegt werden.

Auch wenn ein CRM-Tool eben diese mühsame Pflege der Daten nicht übernehmen kann, soll es die Rekruiting-Arbeit zumindest durch eine klare Analyse des Kandidatenverhaltens und eine Unterstützung bei der Akquise vereinfachen und beschleunigen. Viele Rekruiter vergessen hierbei die Perspektive ihrer potentiellen Kandidaten einzunehmen. Der Kandidat erfährt nicht von seiner Aufnahme in das CRM-Tool und ist von unpersönlichen Akquiseanfragen entsprechend überrascht. Garantierte Rekruitingerfolge müssen deshalb über eine andere Strategie abgesichert werden: Talent Engagement.

Talent Communities für nachhaltige Rekruitingerfolge

Wer einen nachhaltigen Zugang zu erfolgreichen Talenten gewährleisten möchte, sollte folglich vielmehr in die Bindung bereits bekannter Wunschkandidaten investieren. Talent Communities vereinfachen die oft zeitaufwändige Bindungsarbeit und ermutigen Talente zum aktiven Austausch. Rekruiter, die sich auf eine Talent Community verlassen, wissen, dass eine persönliche Beziehung zu Talenten lebendige und nützliche Kandidatenprofile verspricht. Im War for Talents ist es wichtiger, nur die besten Kandidaten in einen Talent Pool aufzunehmen. Des weiteren muss sich intensiv um deren Bindung gesorgt werden, als einen inaktiven Datenfriedhof mit immer mehr nutzlosen Profilen zu füttern.

Das Erfolgsmodell besteht also darin, durch eine aktive Talent Community den Austausch mit seinen Kandidaten zu fördern. So kann die Zahl tatsächlicher Einstellungen erhöht werden. Um diesen Austausch noch kandidatenfreundlicher zu gestalten, sollte eine Talent Community durch Social CRM ergänzt werden. Es ist notwendig Social Media Trends zum eigenen Unternehmen genau zu beobachten und sich darüber hinaus auch in professionellen sozialen Netzwerken gezielt mit seinen Wunschkandidaten zu vernetzen. So können Rekruiter ausführlichere Informationen zu ihren Talenten gewinnen und schaffen gleichzeitig eine unkomplizierte und schnelle Kandidatenbindung.

Infos zum Autor des Gastbeitrages:

Hendrik Schriefer ist Mitgründer des Ingenieurdienstleisters Motius und leitet die Personalabteilung des Unternehmens. Vor seinem Engagement bei Motius war er im Executive Search einer Personalberatung tätig und studierte Psychologie.

 

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