„War for Talents“: Das müssen Arbeitgeber heute bieten

Der Fachkräftemangel im so genannten War for Talents treibt aktuell viele Unternehmen um. Qualifizierte Mitarbeiter sind rar, dementsprechend buhlen Arbeitgeber zunehmend um fachkundige Talente und müssen sich einiges einfallen lassen, um diese zu werben und langfristig zu halten. Aber was genau erwarten Arbeitnehmer von einem Unternehmen? Im Rahmen einer aktuellen Webstudie des Softwareunternehmens SEMrush wurde das Suchverhalten deutscher Internetnutzer in Bezug auf Arbeitsmarkt und Jobsuche analysiert. Die Ergebnisse zeigen: Unternehmen müssen im War for Talents immer mehr bieten, um die begehrten Fachkräfte von sich zu überzeugen – und zwar über gute Gehälter hinaus.

Gehalt ist wichtig, aber längst nicht alles

Die Studie zieht Webdaten potenzieller Arbeitnehmer heran, um daraus Rückschlüsse auf Arbeitsmarkt- und Jobtrends zu ziehen. Die Daten zeigen, wonach Arbeitsuchende konkret in diesem Zusammenhang googeln und welche Mitarbeiter Benefits, Zusatzleistungen oder Ausbildungswege für
sie dabei besonders relevant sind.

Die Auswertungen ergeben unter anderem, dass das Suchvolumen für „Gehaltserhöhung“ seit 2014 bis heute um 55 Prozent zugenommen hat. 2018 googelten den Begriff durchschnittlich 5.888 Personen pro Monat. Der Begriff „Mitarbeiter Benefits“ verbucht nur 623 monatliche Suchanfragen, ist aber seit 2014 um ganze 345 Prozent gestiegen. Das Thema scheint also stark an Interesse zu gewinnen und einen entscheidenden Faktor im War for Talents darzustellen.

Ergänzend zu den gesetzlich vorgeschriebenen Leistungen können Unternehmen ein breites Spektrum an Mitarbeiter Benefits anbieten, die potenzielle Arbeitnehmer zum Bewerben und aktuelle Mitarbeiter zum Bleiben animieren. Je nach Unternehmensgröße und Branche kann es sich dabei um ganz unterschiedliche Leistungen handeln: Zum Beispiel ein zusätzlicher Krankenversicherungsschutz, Fitnessprogramme, Pensionspläne oder Kinderbetreuung – die Liste ist lang.

Schon leicht umsetzbare Mitarbeiter Benefits demonstrieren Wertschätzung

Der SEMrush-Studie zufolge gewinnen leicht umsetzbare Benefits an Beliebtheit – das ist natürlich gerade für kleine und mittelständische Unternehmen interessant. Diese müssen keinesfalls mit den Leistungen von Apple, Bosch und Co. mithalten, sondern können ihren Mitarbeitern schon mit
einfachen Maßnahmen ein gutes Gefühl vermitteln.

So stieg in den vergangenen vier Jahren beispielsweise das Suchvolumen für den Begriff „Work Life Balance“ um 57 Prozent. Das Interesse an „Home-Office“ verzeichnet einen Anstieg von 69 Prozent. In Zeiten der Digitalisierung sind Mitarbeiter Benefits dieser Art für viele Arbeitgeber leicht umsetzbar und mit geringen bis keinen Kosten verbunden. Gleiches gilt beispielsweise für das „Dienstrad“: Die Suchanfragen zu diesem Begriff stiegen seit 2014 um ganze 848 Prozent. Der Anstieg der Suchanfrage für den „Dienstwagen“ fällt im Vergleich dazu eher gering aus. Unternehmen, die ihren Mitarbeitern Jobtickets und ein Dienstrad anbieten, sparen Geld gegenüber Dienstwagen ein und folgen gleichzeitig einem ökologisch notwendigen Trend in der urbanen Mobilität. Das Beispiel zeigt also, wie vorteilhaft Benefits auch für die Unternehmen selbst sein können.

Die gesamte Studie gibt es bei SEMrush

Zufriedenheit im Job: für Arbeitnehmer ein wichtiges Kriterium

„Zufrieden im Job“ – nach dieser Phrase suchten 2018 fast dreimal so viele Menschen wie noch 2014. Neben einem ausgeglichenen Verhältnis von Arbeit und Freizeit spielen für die Zufriedenheit auch die Bedingungen am Arbeitsplatz eine Rolle. Das Berufsbild des Feelgood Managers – eine Person, die grob gesagt für das Wohlergehen der Mitarbeiter sorgt – gewinnt an Interesse: Monatlich über 2.000 Suchanfragen verbuchte der Begriff 2018 im Durchschnitt. Auch Betriebs- bzw. Firmensport ist für manchen Arbeitnehmer ein Kriterium. Und auch einen Bürohund scheinen immer mehr Menschen mit einer positiven Atmosphäre am Arbeitsplatz zu verbinden. Laut der SEMrush-Studie haben die Suchanfragen hier in den letzten vier Jahren um 264 Prozent zugenommen. Die meisten Suchanfragen fallen dabei mit Abstand auf Berlin.

Die gesamte Studie gibt es bei SEMrush

 

Firmen müssen sich bemühen, bereits ihren Bewerbern die Anreize des Unternehmens schmackhaft zu machen, denn die Machtverhältnisse verschieben sich auf dem Arbeitsmarkt zugunsten von diesen. Lesen Sie daher auch, wie man Bewerberzufriedenheit misst, benchmarked und verbessert.