Work-Life-Balance – Generation Karriereverweigerer?

Karriere machen“ wird in unserer Gesellschaft i.d.R. immer noch mit der restlosen Aufopferung für den Beruf gleichgestellt. Der Job steht in solchen Fällen immer an erster Stelle. Seit einigen Jahren begegnet uns nun aber eine Generation, die sich scheut Karriere zu machen und nicht dazu bereit ist, ihre Freizeit und ihr Privatleben auf dem Altar des wirtschaftlichen Erfolgs zu opfern. Das Stichwort lautet Work-Life-Balance. Woher kommt das?

Die Generation, die sich der Karriere verweigert, ist genau jene, deren Eltern nach der Karriere gelechzt hat. Ein Zufall? Wohl kaum. Sie haben live mitbekommen, was zumindest ein Elternteil für die Karriere geopfert hat. Und dies war nicht selten die Zeit mit ihren Kindern. Gleichzeitig waren sie wohl die ersten Jahrgänge, die derart behütet, unterstützt, international, frei und im Fokus stehend groß geworden sind.

Die Generation Y

Diese Generation ist die Generation Y, geboren zwischen 1980 und 2000. Sie haben den Begriff Work-Life-Balance geprägt und haben ihn groß gemacht. Freizeit, Familie, Hobbies und Freunde müssen für sie im Einklang mit dem Beruf stehen. Ein Ungleichgewicht zu Gunsten des Jobs wird von ihnen nicht toleriert. Jeden Tag 12 Stunden oder mehr zu arbeiten ist daher ein Unding und das Wochenende ist heilig. Kein Wunder, dass Unternehmen über eine solche Einstellung die Nase rümpfen, kommen sie doch aus den rosigen Zeiten, in der sich die Personen um das Erklimmen der nächsten Stufe auf der Karriereleiter geradezu „geprügelt“ haben. Heute sieht sich der Arbeitgeber vermehrt Mitarbeitern gegenüber, die ein solches Angebot aufgrund der damit einhergehenden Belastung ausschlagen. Gleichzeitig werden immer mehr Personaler in Bewerbungsgesprächen mit Fragen nach Babypausen, Home Office, Sabbaticals und Überstundenausgleich konfrontiert.

Die Macht der High Potentials

Einige an Arbeitserfahrung Reiche reklamieren daher, die jungen Leute hätten keinen Biss. Nach ihrem Verständnis seien diese verhätschelt worden und daher für die harte, wirtschaftliche Lebenswelt ungeeignet. Andere meinen sie haben aus den Fehlern ihrer Elterngeneration gelernt. Denn diese leidet bekannter Weise, im Vergleich zu den vorhergehenden Generationen, unter zunehmenden Scheidungsraten, Stress und den damit einhergehenden Krankheiten. Die Meinungen über die Beurteilung dieses Trends mögen auseinandergehen. Fakt ist jedoch, dass der demographische Wandel die Unternehmen dazu zwingt, auf die sich geänderten Bedürfnisse und Forderungen der Arbeitnehmer einzugehen. Auf dem Arbeitsmarkt liegt die Macht inzwischen nämlich auf ihrer Seite und nicht mehr bei den Unternehmen. Entsprechen heute die Arbeitszeiten und das Arbeitsklima nicht den Wünschen des Angestellten, dann sucht er sich eine neue Stelle, als High Potential ist er bzw. sie nämlich gefragt wie nie.

Für die Unternehmen bedeutet das: Time to change.

Doch genau bei der Umsetzung dieses Balanceaktes tun sich viele Unternehmen schwer. Die Frage ist daher: Welche Maßnahmen können Unternehmen zur Gewährleistung einer ausgeglichenen Work-Life-Balance ergreifen?

 

Konkrete Maßnahmen wären hierbei z.B:

Zudem sollten ergänzende Maßnahmen, wie:

  • Mentoring
  • Wiedereinstiegsprogramme
  • Unterstützung bei der Kinderbetreuung/ Notfallbetreuung

ergriffen werden.

Vorteile für Unternehmen

Ein häufiger Trugschluss ist, dass nur die Arbeitnehmer von einer harmonischen Work-Life-Balance profitieren. Allerdings zeigt sich, dass hieraus auch die Unternehmen zahlreiche Vorteile ziehen, wie z.B.:

  • Reduzieren von Stress und Burnout im Unternehmen
  • Steigerung der Produktivität, Arbeitsmotivation und Innovationskraft
  • Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit
  • Reduzierung von Fehlzeiten und Personalfluktuation
  • Stärkung der Identifikation der Belegschaft mit Unternehmen
  • Verbesserung des Personalrekrutierung durch positive Imageeffekte
  • Fachkräftebindung

Für Unternehmen ist es somit durchaus profitabel ihren Mitarbeitern eine ausgeglichene Work-Life-Balance zu ermöglichen. Dennoch bleibt die am Anfang aufgeworfene Frage: Ist eine gute Work-Life-Balance ein Karrierekiller?

Die zutreffende Antwort darauf lautet wohl „Ja und Nein“. Denn tatsächlich verweigern sich viele Vertreter der Generation Y der traditionellen Karriere, wie sie immer noch in unseren Köpfen verankert ist (natürlich nicht alle, denn es gibt immer jene Alphatiere, die die Karriereleiter bis zur letzten Sprosse erklimmen wollen). Andererseits war nie die Rede davon, dass sie keine Leistung erbringen wollen und keinen wirtschaftlichen Erfolg anstreben. Sie suchen dies nur zu neuen Bedingungen. Daher sollte die eigentliche Frage vielmehr lauten: Ist Karriere machen nur durch eine absolute Aufopferung für den Beruf möglich?

 

Aber was genau erwarten Arbeitnehmer von einem Unternehmen? Um den „War for Talents“ zu gewinnen, lesen Sie auch, was sich fachkundige Talente Talente von Ihrem Arbeitgeber heutzutage wünschen. Dies untersucht eine aktuelle Webstudie des Softwareunternehmens SEMrush.