Talentbindungsplattformen im Social Web – Zwischen Facebook und Yammer

Wenn sich Unternehmen mit sozialen Netzwerken befassen, denken Sie in der Regel zunächst an Facebook oder XING und die damit verbundene unternehmensexterne Kommunikation. Hinzu treten in letzter Zeit verstärkt unternehmensinterne Netzwerke, etwa von Yammer oder Jive, die als Social Collaboration Plattformen der Zusammenarbeit von Mitarbeitern dienen. Es entsteht so das Bild einer zweigeteilten Netzwerklandschaft, welche die klassische Unterscheidung zwischen interner und externer Unternehmenskommunikation auch im Social Web wiederspiegelt.

Bei näherer Betrachtung fällt jedoch auf, dass das Social Web für Unternehmen eine weitere spannende Möglichkeit bereithält: In der Sphäre zwischen externer Facebook- und interner Yammer-Kommunikation haben sie die Möglichkeit, ein Netzwerk aufzubauen, das zum vertrauten Ort für eine sehr wichtige Zielgruppe wird: Ihre künftigen Mitarbeiter.

Kontakte verlieren oder pflegen

Wenn es um das Thema künftige Mitarbeiter geht, fördern Gespräche mit Unternehmen stets eine ähnliche Problembeschreibungen zutage: Praktikanten sind nur Mitarbeiter auf Zeit, Bachelor kehren zurück an die Uni und machen dort ihren Master, und langgediente Mitarbeiter können sich ebenfalls jederzeit für einen anderen Arbeitgeber entscheiden. Hinzu kommen aus Unternehmenssicht die mit viel Aufwand identifizierten externen Talente, welche nicht sofort als Mitarbeiter gewonnen werden können. In all diesen Fällen drohen wertvolle Unternehmenskontakte und damit das Potenzial (zur Fortsetzung) einer guten Zusammenarbeit verloren zu gehen.

Unsere bisherigen Kundenprojekte zeigen, dass der Aufbau eines eigenen Netzwerks für Talente und Ehemalige diese strukturelle Lücke im Personalmanagement schließt. Die interne und externe Unternehmenssphäre wird systematisch um eine neue Zwischensphäre ergänzt. Diese ist  geeignet, bestehende Kontakte zu pflegen und zu erhalten. Neben die harte Unterscheidung zwischen „drinnen“ und „draußen“ tritt endlich auch ein sachgerechtes „dazwischen“.

Drei entscheidende Vorteile

Die Erfahrungen unserer Kunden weisen auf drei entscheidende Vorteile von Talentbindungsplattformen hin. Diese ergeben sich aus ihrer Verortung in der Zwischensphäre zwischen interner und externer Kommunikation:

  1. Kontaktvorteil: Der Login in ein firmeneigenes Netzwerk schafft für Externe ein Gefühl der exklusiven Verbundenheit mit „ihrem“ Unternehmen. Beide Seiten halten sich auf angemessene Art und Weise informiert und profitieren hiervon wechselseitig.
  2. Investitionsvorteil: Investitionen ins Personalmarketing rechnen sich erheblich besser, wenn sie nicht nur zu kurzfristigen neuen Kontakten führen, sondern zu einer nachhaltigen Verbindung, die das dauerhafte Potenzial einer Zusammenarbeit in sich trägt.
  3. Wettbewerbsvorteil: Der Aufbau einer Talentbindungsplattform erhöht die Sichtbarkeit des eigenen Unternehmens. Damit wird auch die Wahrscheinlichkeit, in Zukunft bei einem Talent erste Wahl zu sein gesteigert. Im Wettbewerb um die besten Köpfe zahlt sich das aktive Bemühen um Mitarbeiter eindeutig aus.

Fazit

Talentbindungsplattformen schließen eine strukturelle Lücke in der Unternehmenskommunikation. Sie bieten für viele Unternehmen das Potential eines zusätzlichen, höchst effektiven Rekrutierungskanals bei hoher wirtschaftlicher Effizienz: Die Einführung gelingt häufig sogar kostenneutral aufgrund der Synergien mit bestehenden, aber deutlich aufwändigeren Maßnahmen. Dem stehen deutlich überschießende und messbare Erträge in Form steigender Recruiting-Erfolge gegenüber, die sich zwangsläufig aus einer anwachsenden Zahl unternehmensverbundener Talente ergeben.